Eine Kreditablehnung bedeutet für Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst nicht automatisch, dass ein negativer SCHUFA-Eintrag vorliegt. Auch eine knappe Haushaltsrechnung, bestehende Verpflichtungen, fehlende Nachweise oder die Kriterien der Bank können zur Absage führen. Klären Sie zuerst den Grund, bevor Sie einen neuen Antrag stellen.

Prüfen Sie den Antrag, Ihre Einkommens- und Ausgabennachweise sowie Ihre Daten bei Auskunfteien wie der SCHUFA. Auskunfteien sammeln Informationen zur Kreditwürdigkeit. Regelmäßiges Einkommen oder Beamtenstatus können bei manchen Kreditangeboten berücksichtigt werden, garantieren aber keine Zusage.

Gründe für eine Kreditablehnung

Banken prüfen bei einem Verbraucherkredit, ob Sie die vereinbarten Raten voraussichtlich zurückzahlen können. Nach § 505a BGB dürfen sie einen Allgemein-Verbraucherdarlehensvertrag nur abschließen, wenn keine erheblichen Zweifel an Ihrer Kreditwürdigkeit bestehen. Die Sicherheit Ihres Arbeitsplatzes fließt als ein Faktor in die Prüfung Ihrer gesamten finanziellen Lage ein.

Eine Absage kann zum Beispiel damit zusammenhängen, dass nach Miete, laufenden Kreditraten und anderen regelmäßigen Ausgaben zu wenig für die neue Rate übrig bleibt. Ein hoher Dispokredit zählt ebenfalls zu den Verpflichtungen, die die Bank prüft. Sie prüft auch offene Kreditkartenschulden. Unvollständige Antragsangaben oder fehlende Belege können die Prüfung erschweren. Das gilt auch für Widersprüche zwischen Antrag und Nachweisen.

Die Bank kann außerdem Daten einer Auskunftei berücksichtigen. Auch ohne negativen SCHUFA-Eintrag können andere Faktoren zur Absage führen. Die Absage zeigt auch nicht, welcher Scorewert, also welche Kennzahl zur Einschätzung Ihrer Kreditwürdigkeit, gegebenenfalls entscheidend war. Banken verwenden eigene Kriterien und können Anträge unterschiedlich bewerten.

Fragen Sie zuerst die Bank

Fragen Sie die Bank, woran die Ablehnung lag. Fragen Sie konkret, ob die Haushaltsrechnung, bestehende Verpflichtungen, unvollständige Unterlagen oder eine Auskunftei-Auskunft eine Rolle gespielt haben. Falls es um Kredithöhe, Laufzeit oder Monatsrate ging, fragen Sie auch danach.

Die Bank muss nicht in jedem Fall sämtliche internen Entscheidungskriterien offenlegen. Lehnt die Bank einen Verbraucherkredit aufgrund einer Auskunftei-Auskunft ab, muss sie Sie unverzüglich über die Ablehnung und die erhaltene Auskunft informieren. Das schreibt § 30 Absatz 2 des Bundesdatenschutzgesetzes vor. Sie haben dadurch keinen pauschalen Anspruch auf eine vollständige Erklärung aller Gründe.

Bitten Sie außerdem um eine Kopie Ihrer Antragsangaben oder gleichen Sie diese mit den Unterlagen ab, die Sie selbst eingereicht haben. So erkennen Sie eher, ob etwa ein veralteter Einkommensbetrag, eine falsch angegebene Verpflichtung oder ein fehlender Nachweis die Prüfung beeinflusst hat.

Prüfen Sie Haushalt und Antrag

Stellen Sie zunächst Ihre monatlichen Einnahmen den tatsächlichen Ausgaben gegenüber. Dazu gehören Wohnkosten und laufende Raten ebenso wie regelmäßige Zahlungsverpflichtungen. Erfassen Sie auch Ausgaben, die nicht jeden Monat anfallen. Vergleichen Sie anschließend das Ergebnis mit der geplanten Kreditrate. Entscheidend ist, dass nach Zahlung der Rate genügend Geld für den laufenden Lebensunterhalt und unregelmäßige Kosten bleibt.

Eine niedrigere Kreditsumme oder eine längere Laufzeit kann die Monatsrate senken. Eine längere Laufzeit kann jedoch die Gesamtkosten erhöhen. Vergleichen Sie deshalb nicht nur die Rate, sondern auch die Gesamtsumme, die Sie laut Vertragsangebot zurückzahlen müssten. Eine Rate, die nur bei sehr knapper Haushaltsführung tragbar ist, spricht gegen einen neuen Antrag in dieser Höhe.

Prüfen Sie auch die Angaben zum Beschäftigungsstatus. Beamte, Beamtinnen und tarifbeschäftigte Mitarbeitende im öffentlichen Dienst sind keine einheitliche Gruppe. Ob ein Anbieter etwa den Beamtenstatus berücksichtigt und welche Nachweise er verlangt, hängt vom konkreten Kreditprodukt ab. Daraus folgt weder eine automatische Zusage noch ein allgemeiner Anspruch auf Sonderkonditionen.

Nachweise für den Kreditantrag

Welche Unterlagen die Bank braucht, hängt vom Kredit und vom Anbieter ab. Eine Liste, die für alle gilt, gibt es nicht. Je nach Ihrer Situation helfen diese Dokumente bei der Prüfung:

  • aktuelle Bezügemitteilungen oder Gehaltsabrechnungen; bei Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfängern ein aktueller Nachweis der Pension oder Rente
  • ein neuer Besoldungs- oder Änderungsbescheid bei veränderten Bezügen
  • bei einem ausdrücklich auf Beamte zugeschnittenen Angebot gegebenenfalls ein Nachweis des Beamtenstatus
  • Nachweise über regelmäßige zusätzliche Einnahmen, sofern Sie diese im Antrag angeben
  • eine aktuelle Übersicht über laufende Kredite und andere regelmäßige Verpflichtungen
  • Kontoauszüge oder ein gültiger Identitätsnachweis, falls die Bank diese verlangt

Achten Sie darauf, dass die Belege aktuell, vollständig und gut lesbar sind und zu Ihren Angaben passen. Einzelne Banken nennen beispielsweise mehrere aktuelle Einkommensnachweise oder Kontoauszüge als mögliche Anforderungen. Das ist keine einheitliche Vorgabe für alle Kreditgeber.

Kontrollieren Sie Ihre SCHUFA-Daten

Fordern Sie bei der SCHUFA eine kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung an, wenn Sie Ihre gespeicherten Daten prüfen möchten. Sie zeigt unter anderem, welche personenbezogenen Daten gespeichert sind, woher sie stammen und an wen sie übermittelt wurden, und enthält Scorewerte, die in den vergangenen zwölf Monaten weitergegeben wurden. Behandeln Sie die Datenkopie vertraulich und geben Sie sie nicht ungeprüft an Kreditvermittler weiter.

Vergleichen Sie die Einträge mit Ihren Unterlagen. Achten Sie besonders auf erledigte Forderungen, die noch als offen erscheinen, oder auf Angaben, die Sie nicht zuordnen können. Wenn Sie einen Fehler finden, schreiben Sie sowohl die Auskunftei als auch das Unternehmen an, das die Information gemeldet hat. Fügen Sie passende Belege bei und bitten Sie um Berichtigung oder, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, um Löschung oder Einschränkung der Verarbeitung.

Ein einzelner aktueller Score sagt nicht zwingend aus, welchen Wert eine Bank bei Ihrer Ablehnung verwendet hat. Fragen Sie deshalb beim Kreditgeber nach, ob eine Auskunftei-Auskunft berücksichtigt wurde und welche Auskunft maßgeblich war.

Stellen Sie erst danach einen neuen Antrag

Reichen Sie einen neuen Antrag erst ein, wenn Sie wissen, was Sie geändert oder korrigiert haben. Ergänzen Sie fehlende Nachweise. Wenn die Rate im Verhältnis zu Ihrem verfügbaren Einkommen zu hoch ist, rechnen Sie eine niedrigere Kreditsumme oder eine andere Laufzeit durch. Bei einer Ablehnung wegen falscher Daten warten Sie die Korrektur ab und klären, wann die berichtigten Angaben vorliegen.

Unterscheiden Sie bei Vergleichen zwischen einer Anfrage zu Konditionen und einem verbindlichen Kreditantrag und klären Sie vorab beim Anbieter, welche Anfrageart er übermittelt. Eine pauschale Aussage, jede Kreditanfrage verschlechtere den SCHUFA-Score, wäre nicht verlässlich. Unnötige parallele Anträge erschweren jedoch die Übersicht und sollten vermieden werden.

Wenn ein Angebot mit „Kredit trotz negativer SCHUFA“ wirbt, prüfen Sie Kosten und Vertragsbedingungen besonders sorgfältig. Die Verbraucherzentrale warnt vor unseriösen Webseiten, die statt eines Kredits Gebühren oder kostenpflichtige Abos verursachen können. Bei finanzieller Überlastung ist eine anerkannte Schuldnerberatung meist sinnvoller als ein weiterer Kredit, der bestehende Engpässe nur verschiebt.

Gut zu wissen

Die Informationen helfen Ihnen bei der Orientierung und ersetzen keine auf Ihre Situation abgestimmte Beratung. Entscheidend sind die aktuellen Vertragsunterlagen des jeweiligen Anbieters.